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Was haben ein Entwickler und eine Quietscheente gemeinsam?

Cover of blog post about the rubber duck method

Anna Nawrot

Wie eine Quietscheente aussieht, braucht man niemanden zu erklären. Auch die Verwendung von einer Quietscheente hat bei Ihnen wahrscheinlich nie Zweifel geweckt. Aber den Vergleich zu der Arbeit eines Entwicklers mag für die meisten ziemlich merkwürdig erscheinen. Zu Recht, denn wir Entwickler sind seltsame Leute.

Wie sieht der Alltag eines Entwicklers aus?

Um zu verstehen, was wir Entwickler mit der Quietscheente gemeinsam haben, muss man sich erst mal die Frage stellen, wie der Job eines Entwicklers aussieht. Den größten Teil unseres Tages beschäftigen wir uns damit neuen Code und damit leider auch neue Fehler zu schreiben oder halt alten Code zu überprüfen und existierende Fehler zu beheben. Das Schreiben neuer, komplizierter Codezeilen bereitet uns allen eine große Freude, es ist eine Herausforderung! Eine andere Geschichte ist es aber Fehler darin zu finden und somit kommen wir zum Punkt.

Der perfekte Code!

Es ist manchmal bitter, vor allem vor sich selbst zugeben zu müssen, dass nicht der Rechner oder Anwender, sondern der von uns geschriebene Code die Ursache für den Fehler ist. Zugeben müssen, dass der perfekte Code doch nicht so ganz perfekt ist, gehört auch zum Alltag des Entwicklers. Hat man aber diesen Schritt gemacht, so beginnt die mühsame Suche nach der Fehlerursache: eine falsche Zeile, ein copy-paste Fehler, eine schlechte Bedingung, ein Tippfehler etc. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten, wie die Verwendung von einer unendlichen Anzahl an Print-Funktionen oder Verwendung von Breakpoints und Debuggern zur Überprüfung und Kontrolle des Programmfortschritts. Es kann aber vorkommen, dass trotz allem der Fehler nicht ersichtlich ist. An dieser Stelle kommt die letzte Rettung – die Quietscheente. Richtig gelesen – eine gelbe, leblose Gummiente, die uns vor dem Verrücktwerden retten soll.

Wie sieht so eine Entenunterstützung aus?

Derjenige Entwickler, der versucht, einen Fehler in seinem Code zu finden, legt die Gummiente auf dem Schreibtisch neben den Bildschirm. Natürlich so gerichtet, damit die gelbe Unterstützung den schönen, FAST PERFEKTEN Code sehen kann. Dann erklärt er der Gummiente laut (was sehr wichtig ist!), wie das Programm funktioniert. Er geht Zeile für Zeile durch und erklärt einzelne Code-Segmente und plötzlich … Hurra!!! Fehler gefunden! Wo man doch vor kurzem 3-mal an dieser Stelle war und nichts feststellen konnte.

Komisch? Mag sein, aber effektiv

Tatsächlich ist die Gummiente-Methode („Rubber Duck“-Methode) eine bewährte Methode der Problemlösung, sie basiert auf dem Prinzip Lautes-Denken („Thinking Out Loud“). Wenn wir mit uns selbst (ich habe gesagt, wir sind seltsam) – oder halt mit unserer Ente – sprechen, konzentrieren wir uns stärker auf das vorliegende Problem. Forscher haben diesen Weg zur Lösung mathematischer Probleme analysiert – sie zeigten, dass Menschen, die Probleme „leise“ lösten, im Vergleich zu denen, die es „laut“ taten, langsamer zur Lösungen kamen. Darüber hinaus wurden Studien veröffentlicht, die zeigen, dass lautes Denken gewisse Bereiche in unserem Gehirn simuliert, die für die Problemlösung, Planung und Konzentration verantwortlich sind. All dies genügte den Programmierern ein Nutzen daraus zu machen.

Eine Ente oder auch nicht – es geht um das Prinzip

Die meisten von Ihnen werden sich fragen, wieso genau eine gelbe Gummiente? Ich habe keine Ahnung. Insgesamt geht es aber bei der ganzen Idee nicht wirklich um die Gummiente, es kann auch unser Hund oder Katze sein, aber wahrscheinlich am häufigsten wird es unser daneben sitzender Arbeitskollege sein. Ich muss zugeben, ich als Entwicklerin habe in meiner langjährigen Tätigkeit noch niemanden gesehen, der einer Gummiente was erklärt hat. Mag sein, dass es daran liegt, dass die Entwickler jetzt offener sind oder es gibt einfach mehr davon als in den Jahren, wo diese Methode erwähnt wurde.

Auf jeden Fall habe ich schon oft erlebt, dass ich während der lauten Erklärung von meinem Problem vor Kollegen, sei es an der Tafel oder beim Bildschirm teilen, eine Offenbarung erlebte und mir die Idee während des Erklärens vor die Augen kam. Reden hilft – am besten mit realen Menschen, in Ausnahmefällen mit gelben Quietscheenten.

Falls Sie also einen Entwickler beobachten, der mit sich selbst redet und eine Gummiente auf seinem Schreibtisch stehen hat – Sie wissen Bescheid!

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Lukas Schikora

Project & Operations Manager

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